1804 bis 1822

Im Jahre 1804 hatte die Loge “Zum Morgenstern” bereits 51 Mitglieder und war somit kräftig gewachsen. Sieben Brüder gründeten eine zweite Loge, “Zur goldenen Waage” unter der großen Landesloge in Berlin. Über die Hintergründe, warum dies geschah, läßt sich nirgends etwas finden. Diese Loge arbeitete in deutscher Sprache. Nach anfänglichen Gegensätzen entwickelte sich zwischen beiden Logen bald ein freundschaftliches Miteinander. Beide Logen besuchten sich gegenseitig bei den Arbeiten. Über Mitgliederzahlen und Namen liegen, bis auf die Gründungsmitglieder keine Erkenntnisse vor. Die Loge bestand elf Jahre.

Hof war inzwischen bayerisch geworden. Durch königliche Verordnungen von 1808, 1814 und 1815 wurde "allen mittel- und unmittelbar in Staatsdiensten stehenden Individuen, Quiescenten und Pensionisten ohne alle Ausnahme" verboten, einer Loge anzugehören. Da die Loge “Zur goldenen Waage” viele Beamte als Mitglieder hatte, verlor sie ihren Bestand und löste sich auf. Die restlichen acht Mitglieder, die keine Staatsdiener waren, traten wieder der Loge “Zum Morgenstern” bei.

Weitere Erlasse bestimmten unter anderem, dass alle drei Monate das Mitgliederverzeichnis an den General-Kreiskommissär und jede Änderung in den Ämtern, den Statuten und den Satzungen dem Chef der Polizei mitzuteilen sind. Dadurch erfuhr die Freimaurerei in Bayern eine gegenläufige Entwicklung wie im übrigen Deutschen Raum, wo -besonders in Preußen- durch die Mitgliedschaft der regierenden Fürsten ein lebhafter Aufschwung eintrat. Die Beschlüsse des bayerischen Königs Maximilian und seiner Regierung sind insoweit erstaunlich, als sein Minister Montgelas Illuminat gewesen ist und deshalb wissen musste, dass in den Logen niemals an Umwälzungen gedacht wurde.

Schließlich wurde die schon vorher in Preußen praktizierte Beschränkung der Logen eingeführt, dass diese sich einer im Land ansässigen Großloge unterzuordnen habe. Der Text der entsprechenden Verordnung lautet an der entscheidenden Stelle: "..., dass die Logen des Landes nicht mehr in Abhängigkeit von ausländischen Loge ständen ...". Deshalb garantierten sich 1811 die Logen "Zum Morgenstern" in Hof, "Zur Sonne" in Bayreuth und “Zur Wahrheit und Freundschaft” in Fürth gegenseitig ihre Rechte und schufen die "Große Provinzialloge Zur Sonne" in Bayreuth. Die Stadtloge nahm den heute noch existierenden Namen “Eleusis zur Verschwiegenheit” an.

Bis zum Jahre 1822 waren 108 Brüder aufgenommen worden. Die Mitgliederzahl belief sich auf 44. Man muss hier daran erinnern, dass die Brüder aus Wunsiedel, Kulmbach, Münchberg und so weiter mit der Kutsche nach Hof fahren mussten. 50 Kilometer einfache Wegstrecke - das waren fünf bis sechs Stunden Hin- und Rückfahrt mit der Kutsche, denn Eisenbahnen gab es noch nicht. Nach den alten Berichten der Brüder kamen sie trotzdem. Sie nahmen das Mühsal auf sich, um Bruder unter Brüdern zu sein.