1823 bis 1845

Am 4. September 1823 wurde der größte Teil unserer Stadt durch Brand zerstört. Auch das Logeninventar und das Archiv verbrannten. 14 Brüder verloren ihre gesamte Habe. Die Großloge >Zur Sonne< schenkte unserer Loge 100 Gulden, damit wieder Arbeitsgeräte angeschafft werden konnten. Am 6. Januar 1826 kamen die Brüder wieder zur ersten Logenarbeit zusammen. Am 23. Januar 1826 beschlossen sie, dass jeden ersten Montag im Monat eine Loge abzuhalten sei. Die Führung der Loge hatte mit einer fünfjährigen Unterbrechung durch Br.: Graf von Zedwitz der Br.: von Beulwitz inne.

Aus dieser Zeit wird von häufigen Besuchen aus und nach Bayreuth, Fürth, Nürnberg, Erlangen, Schleiz und Leipzig berichtet. Besonders eng waren die Kontakte zur Nachbarloge >Pyramide< in Plauen. Der Bestand an tätigen Brüdern konnte bis 1846 auf 54 gesteigert werden. Um einen Maßstab anlegen zu können: Hof hatte damals noch weit weniger als 10.000 Einwohner. Zu jener Zeit wurde nach jeder Arbeitsloge eine Tafelloge abgehalten, wenn auch in einfacher Form. Die Hälfte des Gedeckes ging jeweils zu Lasten der Logenkasse.

Ab 1833 verlegte man die Logenarbeit ins Gartengebäude des Gasthofes >Zum Hirschen< bei einer Jahresmiete von 60 Gulden. Im selben Jahr beantragte die Hofer Loge die Genehmigung zur Aufnahme von Juden bei der Großloge, die dies ablehnte. 1836 trat die Loge erneut an die Großloge heran und erst 1847 verlangte diese erstmals eine eingehende Begründung dieses Wunsches. Ob die Großloge dann die Genehmigung erteilte, geht aus den vorhandenen Quellen nicht hervor.

Eine über die Großloge an die Regierung des Obermainkreises gerichtete Bitte, das Verbot des Beitritts von Beamten zu lockern, wurde am 15. April 1834 abgelehnt. "Auf besondere Veranlassung" wurde 1839 eine Minderung der Aufnahme- und Beförderungsgebühren beschlossen; für den ersten Grad von 55 auf 45, für den zweiten Grad von 22 auf 18 und für den dritten Grad von 55 auf 25 Gulden. Über die Beitragshöhe ist leider nichts vermerkt.

Ab 1842 haben sich die Brüder außer an den Logenabenden zusätzlich an jedem ersten Samstag im Monat im Logenlokal zu Instruktionen und zur Unterhaltung versammelt. Gleichfalls 1842 wird erstmals die Bezeichnung eines Bürgen benannt, der bei der Aufnahme eines Suchenden für dessen guten Ruf zu garantieren hat. Wer zu spät kommt, hatte drei Kreuzer, wer unentschuldigt fehlte, sechs Kreuzer in eine zu mildtätigen Zwecken bestimmte Sammelbüchse zu zahlen.

Am 11. Mai 1845 wird als neues Logenlokal das "Brandenburger Haus" für einen jährlichen Pachtzins von 90 Gulden auf sechs Jahre gemietet. Aber bereits 1846 finden wir als Lokal das Hagensche Haus Nr. 544 (jetzt Schmidt-Bank) in der Altstadt. Da auch hier der Loge nach einem Jahr gekündigt wurde, entstand der Plan für ein eigenes Logenhaus. Die Brüder zeichneten Anleihen im Gesamtwert von 2.000 Gulden.