1865 bis 1883

Nachdem sich die innenpolitische Lage wieder beruhigt hatte, wurde die Loge nach einer Ruhepause von sechzehn Jahren am 5. April 1865 durch zwölf Brüder wieder erweckt. Am 17. September 1865 fand die erste Arbeit im Brandenburger Hof statt. Neben 23 Hofer Brüdern nahmen der Großmeister und zahlreiche Gäste aus nah und fern teil. 1866 fand mit Angehörigen der preußischen Truppen ( dem damaligen Feind) im Gasthof "Zum Goldenen Löwen" eine Tempelarbeit statt.

1868 kaufte die Bruderschaft unter der Hammerführung des Stuhlmeisters Heinrich das Grundstück in der Kreuzsteinstraße und brachte es durch Zukäufe auf seine heutige Größe. Der heute im Eingangsbereich unseres Logenhauses eingemauerte Kreuzstein stand ursprünglich im Kreuzungspunkt eines Fußweges, der nach Südost quer durch das Grundstück verlief, unmittelbar westlich zum Eingang des heutigen Parkplatzes. Die Grundsteinlegung für das Logengebäude fand am 30 März 1869 statt und bereits nach halbjähriger Bauzeit konnte am 19. September 1869 die Einweihung gefeiert werden. Damals bestand das Gebäude aus Erdgeschoß und erstem Stock und war halb unterkellert. Im Dachgeschoß war eine Wohnung für den Kastellan eingerichtet.

Am 12. Dezember 1869 fand die erste Trauerloge statt, bei der der im letzten Jahr verstorbenen Brüder gedacht wird. Woher die Anregung hierzu kam, läßt sich nicht mehr feststellen. Zum Weihnachtsfest des gleichen Jahres wurden erstmals arme Kinder beschert. Beides sind Traditionen, die noch heute bestehen. Man muß den damaligen Brüdern ein Kompliment machen. Bei 35 Mitgliedern hatten sie sich trotz ihrer Schulden für den Neubau den Schwung erhalten, weiteres Neuland zu betreten.

Von 1871 bis 1883 mietete der Stadtmagistrat die Parterreräume für eine katholische(!) Schule. Bis 1877 für eine, von da an für zwei Schulklassen. Nachdem 1883 die katholische Schule die Parterreräume wieder verlassen hatte, waren Umbauten nötig. Auch wurde Parkettboden verlegt. Um die Kosten zu decken, mußte der Jahresbeitrag von zwölf auf achtzehn Mark angehoben werden.