1886 bis 1913

Im Jahre 1886 läßt man in Folge der erschütternden Ereignisse im bayerischen Königshaus das Johannisfest ganz ausfallen. Wahrscheinlich hatten die Brüder vergessen, was man ihnen zur Zeit des Lola-Montez-Anbeters und seiner Nachfahren angetan hatte. Auch bestanden die die Freimaurerei diskriminierenden Erlasse nach wie vor. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass der Meister vom Stuhl bei einer Tafelloge strenge Etikette zu wahren hatte. Beim Trinkspruch waren zuerst der Kaiser, dann der König, das Vaterland und die Großloge zu erwähnen. Waren jedoch bayerische Offiziere in Uniform anwesend, so mußte zuerst auf den bayerischen König getrunken werden. Geschah dies nicht, war zu erwarten, dass die Offiziere aufstanden und gingen.

Am 16. September 1888 wurde in Kulmbach ein freimaurerisches Kränzchen “Zur fränkischen Treue” gegründet. Am 13./14. Januar 1900 wurde hieraus die Loge “Friedrich zur Frankentreue” in Kulmbach gegründet. Seit wenigen Jahren arbeitet diese Loge in Kulmbach wieder.

Außerdem wurden 1888 Gartenflächen zugekauft und eine Kegelbahn als Gartenhalle aus Holz errichtet. 1891 wurde eine Logenfahne angeschafft und die angrenzende Scheune für eine eventuelle Gebäudeerweiterung erworben. Unser 1869 errichtetes Logengebäude war teilweise durch die Ausgabe von Aktien finanziert worden. Diese sollten nun zur Rückzahlung kommen. Trotz Aufforderungen in den freimaurerischen Zeitungen und dem Anschreiben aller Logen blieben 200 Aktien zu je fünf Talern bis heute uneingelöst.

Die Jahre von der Wiedererweckung im Jahr 1865 bis zum Ersten Weltkrieg müssen für das Logenleben glücklich gewesen sein. Es herrschte ein reger Zulauf an Mitgliedern. Zwischen 1865 und 1914 fanden 476 Aufnahmen und Einverbrüderungen statt. Jährlich kamen so im Durchschnitt fast zehn Brüder dazu. Die Erfahrung lehrt uns, dass neu hinzukommende aktive Brüder die Gedanken der vorhandenen anregen und dem Logenleben neue Impulse geben. Dadurch ging es auch finanziell stetig aufwärts und die Loge konnte verstärkt auf humanitärem Gebiet tätig werden.

Die Brüder genossen die ihnen durch die Eisenbahn zugewachsene Mobilität, so dass der Kontakt mit auswärtigen Brüdern mehr und mehr intensiviert wurde. Es wird von zahlreichen Besuchen aus und nach Kulmbach, Chemnitz, München, Bamberg, Nürnberg, Gera, Fürth, Grimma, Plauen, Bayreuth, Coburg, Franzensbad, Asch usw. berichtet.

Als Vorbereitung für die Errichtung einer neuen Loge in Wunsiedel-Marktredwitz wurde dort am 25. September 1910 ein freimaurerisches Kränzchen gegründet. Die hieraus hervorgegangene Loge “Zur Brudertreue an der Luisenburg” arbeitet heute noch.
Zeichnung von unserem Logenhaus aus dem Jahr 1869.

Zeichnung von unserem Logenhaus aus dem Jahr 1869.