1932 - 1933

Das Maurerjahr 1932 / 1933 war für die Hofer Loge genauso wie für die gesamte Freimaurerei, für ganz Deutschland, ja für die ganze Welt ein besonders tragisches Jahr. Der Entwicklung der Hofer Freimaurerei, die hier gleichzeitig ein Beispiel für die Entwicklung der Freimaurerei im damaligen deutschen Reich ist, muss daher bei der Darstellung der Geschichte des Morgenstern ein breiterer Platz eingeräumt werden.

Noch im Frühjahr 1932 erließ die Bayreuther Großloge “Zur Sonne” einen Beschluß, wonach auf englische Anregung die seit dem Ersten Weltkrieg ruhenden Beziehungen zur Großloge von England wieder aufzunehmen waren. In einer Versammlung vom 16. Juni 1932 hat die Hofer Loge dies abgelehnt, weil sie die Zeit dafür noch nicht gekommen sei. Die Gründe, die zu dieser Entscheidung führten, sind nicht bekannt.

Die "völkische Bewegung" in Deutschland war immer stärker geworden. Damit war auch die Agitation gegen die Freimaurerei immer mehr gewachsen. Auch die Spaltung der Freimaurerei in eine christliche und eine humanitäre Richtung verschärfte sich und führte 1932 zum Bruch.

Am 7. Januar 1932 fand in der Loge "Zum Morgenstern" noch eine gutbesuchte Schwesternloge statt. Für über ein Jahrzehnt die sollte dies die letzte sein

Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten am 31. Januar 1933 begann die zielgerichtete Vernichtung der Freimaurerei in Deutschland. Die gleichgeschaltete Presse nahm in scharfer Weise gegen die Freimaurerei Stellung. Es verging kaum ein Tag an dem nicht in politischen Leitartikeln gegen die Freimaurerei Stellung bezogen wurde. In zahllosen Pamphleten wurde die Freimaurerei und ihr Brauchtum in den Schmutz gezogen.

Immer noch setzte die Loge “Zum Morgenstern” unbeirrt von diesem Ansturm ihre Tempelarbeiten und Clubabende fort. Nach der Monatsloge vom 1. April 1933, der letzten, die stattgefunden hat, hielt ein Bruder, der, wie es in der Chronik heißt, "mit nationalsozialistischen Kreisen Fühlung hatte", einen Vortrag über die Zukunft der Freimaurerei. In der "Geschichte des Morgenstern 1924 -1949" heißt es weiter:

“Danach war mit Sicherheit anzunehmen, dass die damals das deutsche Volk beherrschende NSDAP künftig nicht mehr dulden werde, dass die Bauhütten nach Ritualen arbeiteten, welche Anklänge an das alte Testament enthielten. Wenn man die Bruderschaft in ihrem Bestand erhalten wolle, so würde nichts anderes übrig bleiben, als das christliche System anzunehmen und damit die jüdischen Mitglieder auszuschalten.”

Bereits zu dieser Zeit wurde das Logengebäude durch die Nationalsozialisten überwacht.