1945 - 1947

Der Zusammenbruch des nationalsozialistischen Systems 1945 führte zu einer Schicksalswende des deutschen Volkes. Auch die Freimaurerei konnte nach 12 Jahren Verbotszeit wieder ins Leben gerufen werden. Der Wiederaufbau der Hofer Loge war mit Schwierigkeiten verbunden, von denen sich die heutige Generation kaum mehr ein Bild machen kann. Durch Gesetz des Alliierten Kontrollrates in Berlin durften alle durch die Nationalsozialisten verbotenen Vereine und Organisationen in den alten Formen wieder erstehen.

So sammelte Br.: August Horn, der letzte Stuhlmeister vor dem Verbot der Loge durch die Nationalsozialisten die übriggebliebenen Brüder, um die Neugründung des Morgensterns in die Wege zu leiten. Seit der Schließung der Loge im Jahr 1933 waren bis 1945 57 Brüder verstorben. Das waren mehr als 50 Prozent des Mitgliederbestandes. Mit Genehmigung der lokalen US-Militärregierung versammelten sich am 17. März 1946 in den Räumen der Firma Pechstein 40 Brüder zur Gründungsversammlung. Br.: Horn war trotz seines hohen Alters bereit, nochmals die Bürde der Stuhlmeisterschaft zu übernehmen

Ein Lizenzgesuch für die Loge wurde an die Stadt Hof eingereicht, die offizielle Genehmigung erfolgte aber erst am 21. Juni 1947 durch die US-Militärregierung in München. Das beschlagnahmte Logengebäude in der Kreuzsteinstraße diente damals als Hilfskrankenhaus und dann als Wirtschaftsamt der Stadt Hof. Die Brüder des Morgensterns mußten sich in öffentlichen Gaststätten treffen wie in der "Altstadt", im "Alten Bahnhof" und der "Gartengesellschaft". Der Monatsbeitrag betrug damals drei Reichsmark.

Die erste Logenarbeit mit Johannisfest konnte am 24. August 1947 in den Räumen der "Gartengesellschaft" gefeiert werden. Obwohl in der Verbotszeit die meisten freimaurerischen Ritualgegenstände verlorengegangen waren, gelang es, den provisorischen Tempel würdig auszustatten. Erschienen waren 72 Brüder, darunter viele aus den Nachbarstädten.

Am 19. Oktober 1947 wurden in einer Einverbrüderungsloge 20 Brüder, die vor 1933 in Logen in Ost- und Mitteldeutschland gearbeitet hatten und durch Evakuierung oder Ausweisung aus ihrer Heimat in den Hofer Raum gekommen waren, als volle Mitglieder des Morgenstern aufgenommen. Br.: Karl Roeder besuchte im Auftrag des Hofer Stuhlmeisters trotz sehr schlechter Verkehrsverbindungen die ersten Freimaurertreffen in Fürth und Bayreuth und bemühte sich auch im weiteren Hofer Umland um einen Wiederaufbau der Freimaurerei.

So konnten in der Folgezeit Deputationslogen des “Morgensterns” gegründet werden: “Zum Weißen Gold am Kornberg” in Selb, “Zur Brücke” in Münchberg-Helmbrechts und “Zur Brudertreue an der Luisenburg” in Wunsiedel. Während die letztgenannte sich bald zu einer selbstständigen und heute noch bestehenden Loge entwickelte, mußten die Deputationslogen in Münchberg und Selb wegen gesunkener Mitgliederzahlen in den späteren Jahren wieder geschlossen werden.