1983 - 1998

Ein großes Ereignis konnte die Loge im Jahre 1983 begehen. Die Großloge der “Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland” hielt in Hof im Mai ihren alljährlichen Großlogentag. Die Tempelarbeit in der Hofer Freiheitshalle mit einer Vielzahl von Brüdern wird allen Beteiligten dauernd im Gedächtnis bleiben. Im Rahmen des Großlogentages wurde der Kulturpreis der deutschen Freimaurer an den russischen Dichter Lev Kopelev verliehen

In der Geschichte der Großloge AFAM heißt es hierzu:

Am zweiten Tag des Großlogentages 1983 fand die festliche Verleihung des Kulturpreises an den russischen Schriftsteller Lew Kopelew statt, der vom Sowjet-Regime ausgebürgert worden war und nun mit seiner Frau in Köln lebte. ... Die Hofer Presse, übrigens glänzend informiert, hatte ausführlich auf den Festakt hingewiesen und so war der Saal bis auf den letzten Platz gefüllt. ... Daas Adagio candabile der Hofer Symphoniker leitete mit den Variationen zur Melodie unseres Deutschlandliedes über zur Lautadio durch Rolf Appel. Meisterlich packte er die Zuhörer mit der Nachzeichnung des schweren Lebensweges von Lew Kopelew vom idealistisch gläubigen Jungkommunisten zum Kriegsfreiwilligen der Roten Armee, vom durch Kriegsgreuel entsetzten Major zum Sträfling wegen Mitleids mit dem Feinde. Den zum Regimekritiker gewordenen literarischen Kämpfer für Menschrenrechte und Toleranz feierte Appel in brillianter Rhetorik, die häufig Beifall hervorrief, sprach von Brücken über Mauern hinweg und nannte die Dichtung das Gewissen Russlands.

Immer vom Beifall behindert, vom Blitzlichtgewitter der Fotografen und den Spotlights beider Fernsehanstalten beleuchtet, Großmeister Br.: Bornschein, die Preisverleihung nebst Verlesung der Urkunde durch Großkanzler Br.: Jung vorzunehmen. Auch Lew Kopelew hatte dann Mühe, über den Beifall zu Wort zu kommen. "Was wußte ich von der Freimaurerei?" Er hatte bei Tolstoj davon gelesen, von Puschkins Logenzugehörigkeit erfahren und die Verleumdungen durch die Partei aufgenommen. Heute weiß er, dass seine Prosa auch immer die der Freimaurerei und aller Menschen guten Willens gewesen ist. Er werde den Freimaurern immer ein getreuer Waffenbruder sein. Stehend spendeten die Zuhörer - und sogar die Mannschaften des Fernsehens - langen Applaus. 

Im Jahre 1990 trennte sich eine Handvoll Brüder des “Zum Morgenstern” von ihrer Mutterloge, um in Hof eine zweite Bauhütte mit dem Namen “Arche” zu gründen, mit der wir im brüderlichen Geist zusammenarbeiten.

Zur Vorbereitung auf die 200-Jahr-Feier im Jahr 1999 wurde das Logenhaus in den Jahren 1997 / 1998 umfassend renoviert und modernisiert.