Einführung

 

2017 wurde das Jubiläum „300 Jahre Freimaurerei“ unter dem Motto „Menschlichkeit weltweit“ gefeiert. Auch unsere Hofer Freimaurerloge „Zum Morgenstern“ feierte mit.
 
Unsere gute Loge „Zum Morgenstern“ wurde zwar erst 1799 gegründet. Sie ist aber damit bestimmt auch alt genug sich Gedanken darüber zu machen, was unsere Gründerväter veranlasste eine Loge zu gründen und wie sie die Freimaurerei verstanden und pflegten. Deshalb veröffentlichte sie eine Dokumentation über ihren ersten Meister vom Stuhl, Carl Christian v. Morg. Er war Offizier in der altpreußischen Armee, war Guts- und Gerichtsherr, diente als Kammerherr und -junker, hatte freimaurerische Erfahrungen, gründete die Hofer Loge und stand ihr von 1799 bis 1804 vor. Er war eine sehr interessante Persönlichkeit, deren Lebensgeschichte geprägt war vom „Wollen und Werden“.
 
Die Großloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland (A.F.A.M.) formuliert das Wesen der Freimaurerei heute so:
„Die Freimaurer stehen in der Tradition des Humanismus und der Aufklärung und bekennen sich zu Würde, Freiheit und Selbstbestimmung des Menschen. Sie vereint geistig und menschlich aufgeschlossene Männer unterschiedlicher weltanschaulicher, religiöser und politischer Überzeugungen. Wichtig ist, den Freimaurerbund als Einheit von tragender Idee, verbindender Gemeinschaft und symbolischer Ausdruckskraft zu verstehen, hierin liegt ihre Besonderheit gegenüber allen anderen Zusammenschlüssen mit verwandten Zielsetzungen.“
 
Dieses Selbstverständnis der Freimaurerei ist nicht neu. Schon bei der Gründung unserer Hofer Loge waren Menschenliebe, Toleranz und Brüderlichkeit wesentliche Bestandteile des freimaurerischen Denkens und Handelns. In diesem Geiste bauen die Hofer Freimaurer seit ihrem Bestehen an ihrem „Tempel der Humanität“. Die Gründerväter waren geistig und menschlich aufgeschlossene Männer, an entschlossenes und verantwortungsbewusstes Handeln gewöhnt. Sie waren prägende Mitglieder der damaligen Gesellschaft.
 
Natürlich sind und waren Freimaurer auch immer Kinder ihrer Zeit und somit fanden und finden sich  auch in einer Freimaurerloge – wie in jeder anderen Vereinigung auch – die gesellschaftlichen Strömungen der jeweiligen Zeit.
 
Die Hofer Loge „Zum Morgenstern“ hat heute rund 80 Mitglieder. Sie sind kein elitärer Kreis, in ihr haben Handwerker genauso wie Angestellte oder Akademiker aus allen Bereichen eine Heimat. Unser lebhaftes Logenleben spiegelt sich in regelmässigen Klubabenden mit Vorträgen und in Tempelarbeiten wieder.
 
Das Archiv unserer Loge „Zum Morgenstern“ wurde 1933 von den Nationalsozialisten beschlagnahmt. Lange Jahre mussten wir davon ausgehen, dass die Archivalien für immer verloren sind. Erst 2016 konnten Teile dieser Unterlagen in den Akten über Freimaurerei im Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz in Berlin wiedergefunden werden. Weitere Unterlagen fanden sich in Leipzig und in Poznan/Polen (Posen). Wie die Unterlagen den Weg in diese Archive gefunden haben ist heute nicht mehr nachzuvollziehen.